Heute existieren noch ungefähr
150 Schwimmwagen vom Typ 166.
| Obwohl sich der Kübelwagen im militärischen
Einsatz bewährte, fehlte ihm doch eines: die Schwimmfähigkeit.
Deshalb erhielt Ferdinand Porsche im Juni den Auftrag für die Heerespioniere
eine Schwimmversion zu entwickeln. Sein Konzept sah eine wannenförmige
Karosserie auf Volkswagen-Basis vor, den Typ 128. Um die Traktion im Gelände
zu verbessern sollte der Schwimm-Kübel allradgetrieben sein und über
einen speziellen Geländegang verfügen. Um das Schwimmverhalten
zu erproben, fanden bereits im Juni erste Tests mit einem provisorisch
umgebauten Typ 82 im werkseigenen Feuerteich statt. Die handgefertigten
Prototypen des VW 128 absolvierten im September ihre ersten Versuchsfahrten
auf dem bei Stuttgart gelegenen Max-Eyth-See. Der Typ 128 hatte das Einheitsfahrwerk
des Volkswagen (Typ 60), sowie das im Kübelwagen verwendete Vorgelege
zu Erhöhung der Geländegängigkeit. Der Aufbau, eine aus
Stahlblech gefertigte Wanne, war wasserdicht verschweißt. Die Durchtrittstellen,
beispielsweise die Öffnung für die Lenksäule oder die Antriebswelle,
waren mit Gummidichtungen vor Wassereinbrüchen geschützt. Der
extrem kurz untersetzte Geländegang mit Allradantrieb konnte mit einem
speziellen Hebel bei Bedarf zugeschaltet werden, ansonsten erfolgte der
Antrieb nur über die Hinterräder. Die Räder liefen im Wasser
grundsätzlich mit, gelenkt wurde mit den Vorderrädern. Obwohl
der VW 128 zu Lande knapp 80 km/h schnell war, schaffte er aufgrund des
hohen Tiefgangs nur 10 km/h im Wasser. Er bot Platz für fünf
Personen samt Gepäck. Für den Notfall wurden auch zwei Paddel
mitgeführt. Insgesamt 30 Exemplare des VW 128, die hauptsächlich
an die Wehrmacht gingen, wurden gebaut.
Im Jahr 1941 entwickelte Porsche im Auftrag des SS-Führungshauptamtes einen weiteren Schwimmwagen. Er sollte die BMW und Zündapp Motorradgespanne der Kradschützen-Kompanien aufgrund ihrer ungenügenden Geländegängigkeit ersetzen. Vor allem die Aufklärungseinheiten brauchten dringend ein Fahrzeug, mit dem sie in jedem Gelände voran kamen und mit dem sich zerstörte Brücken leicht umgehen ließen. Da der VW 128 in seiner Grundkonstruktion zu schwer und komplex war, machte sich Porsche an eine Neuentwicklung auf Käferbasis, die nun leichter und zuverlässiger sein sollte. So entstand der Typ 166, dessen Karosserie wie schon beim Kübelwagen von Ambi-Budd in Berlin gefertigt wurde. Die selbsttragende Konstruktion war türlos aus Stahlblech geschweißt und hatte runde Formen. Der Motor, das Getriebe und das Vorgelege konnten, nur geringfügig verändert, vom Typ 128 übernommen werden, der Auspuff lag auf der Motorhaube hinter dem Verdeck. War der VW 128 noch viel zu aufwendig gewesen. so war der Typ 166 nun aufgrund einer Überarbeitung des Fahrwerks viel kompakter. Trotzdem bot er Platz für vier voll ausgerüstete Soldaten. Bei Wasserfahrt wurde die dreiblättrige Schiffsschraube am Heck des Fahrzeugs heruntergeklappt, ihr Antrieb erfolgte über ein Kettengetriebe und eine Zwischenwelle. Im Gegensatz zum VW 128 konnte im Wasser nun durch die Stellung des Propellers nach links oder rechts gesteuert werden. Bei Allradantrieb besorgte eine mit dem Getriebe verbundene Gelenkwelle den Antrieb der Vorderräder. Die Serienfertigung im Volkswagenwerk begann 1942 und bis 1944 wurden ca. 14.300 Exemplare des Amphibienfahrzeugs VW 166 gefertigt. Aufgrund der Materialknappheit musste die Produktion dann eingestellt werden. Des weiteren musste wegen der Luftangriffe der Alliierten auf die VW-Werke, vor allem vom 08.04 bis zum 05.08.1944, die restliche Wagenproduktion herabgesetzt werden. Sowohl im Schlamm und Winter der Ostfront als auch im Sand der Wüste hatten sich die Schwimmwagen bewährt. Sie wurden oft in Aufklärungseinheiten verwendet, die Gewässer auch abseits von Brücken und Furten überqueren mussten, falls diese vom Gegner besetzt oder unbrauchbar gemacht worden waren. Die eigentlichen Vorzüge des VW 166 lagen aber in seiner nahezu uneingeschränkten Geländegängigkeit, so dass er in dieser Hinsicht Kettenfahrzeugen kaum nach stand. Aus diesem Grund war der Schwimmwagen ein beliebter Kommandeur- und Aufklärungswagen in vielen Einheiten der Wehrmacht.
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