| Vorgeschichte
Die Vorgänger
Unkonventionelle Seekriegsführung gab es schon zu
Zeiten der Assyrer in vorchristlicher Zeit. Schon damals gab es die ersten
provisorischen Kampfschwimmereinheiten, welche hauptsächlich die gegnerische
Hafen- und Küstenanlagen auskundschafteten. Auch die Phönizier,
Perser, Römer und Alexander der Große setzten bei ihren Feldzügen
Schwimmer ein. Diese führten sogar provisorische Zerstörungseinsätze
aus, doch diese waren verständlicherweise noch sehr primitiv. Im Mittelalter
gehörten seit dem 13. Jahrhundert im Mittelmeerraum Unterwasserangriffe
zu den gebräuchlichen Taktiken. Mit der Erfindung von Sauerstofflaschen
im 19. Jahrhundert wurde diese Kampftaktik nun revolutioniert.
Grosses Aufsehen erregte dann im 1. Weltkrieg der Einsatz
von zwei italienischen Kampfschwimmern in der Nacht zum 1. November 1918
gegen das österreichische Schlachtschiff Viribus Unitis und dessen
Versenkung. Sie brachten eine Zeitzündermine am Rumpf an, die um die 400 Tote an Bord des Schiffes forderte. Die einzigen die das Potential
der Kampfschwimmertaktik erkannten waren die Italiener. Sie bauten ihre
Kräfte in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts aus und spezialisierten
sich auf das Torpedo-Reiten und den Einsatz von Klein-Unterseebooten.
UDT's im 2. Weltkrieg (1939-45)
Im 2. Weltkrieg zeigte sich dann der Nutzen das jahrelangen
Trainings der italienischen Froschmänner. Nach einigen gescheiterten
Versuchen im Jahre 1940, gelang es den Italienern im Jahre 1941 die Schlachtschiffe
Valiant, Queen Elizabeth und einen Tanker zu versenken. Bis zum Seitenwechsel
im Jahre 1943 versenkten die italienischen Kampfschwimmer über 150.000
BRT gegnerischen Schiffsraumes.
Die Briten lernten schnell aus ihren Verlusten und setzten
erstmals Kleinst-U-Boote gegen das, in einem norwegischen Fjord-liegende,
deutsche Schlachtschiff Tirpitz ein. Nach anfänglichen Misserfolgen
gelang es schließlich im September 1943 die Tirpitz schwer zu beschädigen,
und nach einem Angriff mit alliierten Bombern im April 1944 endgültig
zu zerstören. Weitere Erfolge erzielten die britischen Kampfschwimmer
gegen italienische Kreuzer in Palermo. Auch die deutsche Kriegsmarine wachte
nun auf und begann Ende 1943 mit der Aufstellung von Kampfschwimmerverbänden.
Nach dem japanischen Angriff 1941 auf Pearl Harbor sann
man in den Vereinigten Staaten nach Rache. Eng damit verbunden waren amphibische
Anlandungen durch das US Marine Corps, um so die gewaltigen Entfernungen
zum japanischen Mutterland zu überbrücken und das Inselspringen
begann.
Doch zuerst stand der Einsatz gegen den Primärfeind
an: Das Dritte Reich. Und so begann man mit der Aufstellung von Scout Platoons
und Raider Bataillons, welche die Aufgabe hatten feindliche Strände
aufzuklären, Sperren zu räumen und die Wasserverhältnisse
zu erkunden. Im Frühjahr 1942 begann man mit der Ausbildung der ersten
90 Scouts in Fort Pierce. Zu der Eröffnung der zweiten Front auf dem
afrikanischen Kriegsschauplatz, der Operation "Torch", kamen die Aufklärer
allerdings zu spät und kehrten ohne Einsatzerfahrung zurück.
Kurz danach wurde offiziell die "Navy Combat Demolition
Units" kurz NCDU (Kampfmittel-Räumdienst der Marine) gegründet.
Diese rekrutierten ihre Männer vor allem von den Angehörigen
der Seabees, den Baupionier-Bataillonen der Marine. Erste Einsätze
begannen im Rahmen der Operation "Husky", der alliierten Anlandung auf
Sizilien. Die Scouts erkundeten mit Kajaks die feindliche Küste und
meldeten ihre Aufklärungsergebnisse weiter.
Kurz darauf begannen auch schon die Vorbereitungen für
das Eröffnen einer neuen Front, welche das Schicksal des europäischen
Kriegsschauplatz besiegeln sollte. Im November 1943 wurden die ersten Männer
der NCDU nach Großbritannien verlegt. Zu Anfang wusste man nichts
mit ihnen anzufangen, doch als die Invasion näher rückte, führten
die NCDUs, welche in ihrer Anzahl in Großbritannien mittlerweile
gewachsen waren, Aufklärungs- und Sprengeinsätze an der gegnerischen
Küste durch. So waren sie, mit ihren Kameraden des SBS, mit denen
sie auch trainierten, damit beschäftigt die deutschen Wasserhindernisse
an der französischen Kanalküste zu zerstören, und das so,
dass Landungsboote diese Stellen passieren konnten.
Am 6. Juni 1944, begann jene Operation welche Europa
vom Nationalsozialismus befreien sollte, die Landung in der Normandie.
Die 550 Scouts, in zwei Gruppen geteilt, je eine für Utah-Beach und
Omaha-Beach, erhielten die Aufgabe die zahlreichen Hindernisse an Land
zu sprengen, um den anlandenden Truppen den Weg zu bahnen. Doch im Gegensatz
zu den Einsatzplanungen lief vieles schief. So wurden die meisten Landungsboote
schon vor der eigentlichen Anlandung in Stücke geschossen und die
anlandenden Truppen nahmen Deckung hinter den eigentlich zur Sprengung
vorgesehenen Hindernissen im Strandbereich. So lagen die Sprengkommandos
schutzlos im deutschen Feuersturm und es gelang erst nach langen Stunden
den Strandabschnitt Omaha zu räumen.
Der Abschnitt Utah, da an schwer einsehbaren steilen
Klippen gelegen, war problemloser und nach zwei Stunden war dieser benutzbar.
Nach zwei Tagen war es gelungen beide Strandabschnitte,
Utah wie Omaha, zu 85% zu räumen. Doch der Blutzoll war hoch, manche
Quellen sprechen von bis zu 50 Prozent Verlusten.
Im Pazifik deutete dagegen alles auf ein Inselspringen
der Amerikaner hin. Am 20. November 1943 begann das Marine Corps mit der
Rückeroberung des Atolls Tarawa. Doch dieses Unternehmen endete fast
in einer Katastrophe. Die Verhältnisse unter Wasser und in Strandnähe
waren nicht aufgeklärt und so liefen zahlreiche Landungsboote auf
unbekannte Korallenriffe auf und wurden so ein lohnenswertes Ziel für
die japanische Abwehr. So mussten die Boote die Marines bereits 250 Meter
vom Strand entfernt ausbooten lassen und die Männer waren ohne Deckung
dem feindlichen Feuer ausgesetzt. Es dauerte drei Tage bis es gelang die
Insel vollständig zu erobern und die Marines mussten über 1.000
Tote und 2.000 Verwundete beklagen.
Um ein solches Debakel nicht zu wiederholen wurde von
Admiral Turner, dem Oberbefehlshaber der amphibischen Streitkräfte,
die "Underwater Demolition Teams" (UDT) formiert. Deren Aufgabengebiet
umfasste die Aufklärung von Strandabschnitten, das Räumen von
natürlichen und künstlichen Hindernissen und die Einweisung der
Landungstruppen. Die Teams wurden wie die NCDUs auch in Fort Pierce, Florida
ausgebildet und ihre Spezialausbildung erhielten sie auf der Hawai-Insel
Maui. Die Taktik der UDTs unterschied sich um einiges von dem der auf dem
europäischen Kriegsschauplatz eingesetzten Scouts. Die UDTs hatten
in den warmen pazifischen Gewässern meist nur kurze Schwimmhosen und
Leinenschuhe zum Schutz gegen Korallenbänke an. Ansonsten umfasste
ihre Ausrüstung nur noch eine einfache Schutzbrille, eine - privat
beschaffte - wasserdichte Uhr, ein Messer und für den Notfall einen
aufblasbaren Rettungsgürtel. Zur Erfassung der Daten führten
sie außerdem noch eine am Oberschenkel befestigte Tafel aus Plexiglas
und einen wasserdichten Stift mit. Die Schwimmer wurden seitwärts
von leichten Landungsbooten abgesetzt, so dass sie nicht von Land entdeckt
werden konnten. Dann schwammen sie die restliche Strecke bis zum Strand.
Dort erkundeten die UDTs dann die Hindernisse, die Beschaffenheit des Strandes
und die gegnerischen Verteidigungsanlagen. Bei ihrem nächsten Tauchgang
erfolgte dann in der Regel die Zerstörung der Hindernisse mittels
Sprengungen. Die UDTs nahmen an jedem Inselspringen teil, seien es die
Philippinen, Iwo Jima, Saipan oder Okinawa.
Die UDTs waren mittlerweile auf eine Einsatzstärke
von 30 Trupps mit insgesamt etwa 3.000 Mann angewachsen. Doch die Einsätze
liefen nicht immer glimpflich ab und zahlreiche UDT-Kampfschwimmer fielen
japanischen Scharfschützen oder Luftangriffen zum Einsatz.
Die späten 40er
Nach dem der 2. Weltkrieg mit der Kapitulation Japans
endgültig zu Ende ging, hofften viele auf eine Epoche dauerhaften
Friedens, doch dies sollte ein Wunschtraum bleiben. Auch für die UDTs
war das Kriegsende und die darauf folgende radikale Abrüstung fast
das Ende. Von 3.500 Mann und 30 Teams wurden sie nun auf 500 Mann in insgesamt
4 Teams reduziert. Die UDT 1 und UDT 3 kamen zur Pazifik-Flotte, UDT 2
und UDT 4 wurden der Atlantik-Flotte angegliedert. Neue Techniken, insbesondere
mit Sauerstofflaschen und Taucheranzügen wurden trainiert. Außerdem
qualifizierten sich etliche UDT-Angehörige im Fallschirmsprung und
erhielten nun auch eine infanteristische Ausbildung.
UDTs im Koreakrieg (1950-1953)
Mit Beginn des Koreakrieges und dem Rückzug der schwachen
UN-Kräfte begann auch der Einsatz der UDTs. Im September 1950 wurde
die amphibische Anlandung bei Inchon durchgeführt, welche die UN-Streitkräfte
wieder bis nahe an die chinesische Grenze brachte. Schon seit Juni 1950
befanden sich sechs Kampfschwimmer des UDT 3 in Korea und wenige Wochen
später folgte der Rest des Teams, später wurde dann auch das
UDT 1 nach Korea verlegt. Sie bereiteten die Landung bei Inchon vor und
führten Vermessungen durch, entdeckten Hindernisse und beseitigten
diese. Weiterhin führten die UDTs bei Wonsan, Iwon und Chinnampo erfolgreich
Aufklärungs- und Vorbereitungsaufträge durch. Später mussten
die Kampfschwimmer eine weitere wichtige und gefährliche Arbeit übernehmen:
Minenräumung.
Doch die Seekriegsführung trat während der
nachfolgenden Jahre eher in den Hintergrund und so übernahmen die
UDTs neue Aufgaben. Nun wurden Kommandoaktionen gegen Landziele im feindlichen
Hinterland durchgeführt, oft auch zusammen mit einheimischen Guerillas.
So führte z. B. ein Zug des UDT 1 gemeinsam mit dem 41 Commando der
Royal Marines und dem britischen SBS Sprengungen an feindlichen Brücken,
Tunnels und Eisenbahnlinien durch. Die mit M1 "Garand" Gewehren und M1911A1
Pistolen bewaffneten Trupps infiltrierten in das feindliche Gelände
entweder durch einen Fallschirmabsprung oder oft auch mit einheimischen
Dschunken. Häufig erfolgten solche Einsätze unter der Federführung
des amerikanischen Geheimdienstes CIA. Außerdem retteten die Kampfschwimmer
der UDTs auch abgestürzte Piloten der Navy und der Air Force aus dem
feindlichen Hinterland. Dies alles kennzeichnete den Rollenwechsel, welchen
die UDTs seit ihrer Gründung durchgemacht hatten.
Die späten 50er
Auch nach dem Ende des Koreakrieges blieben einige UDTs
in dieser brisanten asiatischen Region stationiert. Außerdem wurde
am 8. Februar 1954 das UDT 1 in UDT 11 umbenannt. Während der folgenden
Jahre bildeten die Kampfschwimmer befreundete Einheiten aus, führten
zahlreiche Übungen durch und beteiligten sich, zusammen mit den PJs
der US Air Force, an der Bergung der Weltraumkapseln der Projekte Mercury,
Gemini und Apollo.
UDTs nehmen während des Koreakrieges Bodenproben
und
unternehmen Tiefenmessungen bei Twon.
Die Geschichte der US Navy SEALs
Die Gründung der SEALs
Während der Kuba-Krise und der missglückten
Landung an der Schweinbucht zeigte sich, dass der Geheimdienst CIA damals
nicht sonderlich fähig war Sonderoperationen durchzuführen. Um
diesen Misstand zu beheben befahl der amerikanische Präsident John
F. Kennedy den Aufbau umfangreicher militärischer Spezialeinheiten.
Auf Seiten der US Army gab es schon seit 1952 die Special Forces, auch
als "Green Berets" bekannt. Die US Navy begann hingegen mit der Aufstellung
ihrer SEAL-Teams. Die Bezeichnung SEAL (Sea, Air, Land) kennzeichnet die
Aufgabengebiete der künftigen Sondertruppe der Marine und bedeutet
gleichzeitig Robbe oder Seehund im Englischen.
Schließlich wurde am 1. Januar 1962 das SEAL Team
1 in Coronado an der Pazifikküste und das Team 2 in Little Creek an
der Ostküste aufgestellt. Das Personal wurde überwiegend aus
den UDTs rekrutiert, diese blieben aber trotzdem weiterhin bestehen, außerdem
wurde eigener Nachwuchs angeworben. Die Personalstärke der beiden
Teams waren anfangs mit jeweils zehn Offizieren und fünfzig Kampfschwimmern
gering, doch dank der persönlichen Unterstützung des Präsident
gingen die SEALs in der Navy nicht unter. Kurz nach ihrer Aufstellung erfolgte
ein umfangreicher Ausrüstungskauf und das Üben alter und das
Entwickeln neuer Taktiken.
SEALs im Vietnamkrieg (1965-1973)
In den folgenden Jahren bahnte sich ein Konflikt an, dessen
Folgen und Erfahrungen Amerika bis heute verfolgen: Vietnam. Um den aus
dem Norden des Landes einsickernden Vietkong entgegen zu wirken, wurden
amerikanische Militärberater in das Land entsandt. Neben den Green
Berets begaben sich 1962 auch einige SEALs in das südostasiatische
Land. Am Anfang standen Ausbildung der südvietnamesischen Streitkräfte
und einige verdeckte Einsätze unter der Federführung der CIA
an, so zum Beispiel das Einschmuggeln von Agenten hinter die feindlichen
Linien, etc. Für die SEALs war Vietnam anfangs ein Ort an dem es sich
aushalten ließ. Doch dies änderte sich schlagartig, als nordvietnamesische
Patrouillenboote den Zerstörer USS Maddox im Golf von Tonking angegriffen
haben sollen. Obwohl dieser Angriff später als Lüge enttarnt
wurde, wurde nichtsdestotrotz durch diesen Vorfall der Vietnamkrieg eingeläutet.
Dies stellte den offiziellen Kriegseintritt Amerikas
und umfangreiche Arbeit für die SEALs dar. Die Kampfschwimmer operierten
unter Befehl der MACV/SOG (Military Assistance Command Vietnam/Study and
Observation Group). Dieser Stab für Spezialoperationen koordinierte
die Arbeit zahlreicher Spezialeinheiten aller Teilstreitkräfte und
teilte diesen oft Einsätze für die CIA zu.
Die SEALs wurden durch Vietnam erst richtig berühmt
und von den Einheimischen gefürchtet. Sie trugen den bekannten "Tiger-Stripe"
Tarnkampfanzug, und ihre bekannten "Bonnie-Hats" (Tropenhüte) und
Piraten-Kopftücher. Ihre Kleidungsweise, wie auch ihre Bewaffnung
waren im Gegensatz zu den konventionell operierenden Einheiten sehr unorthodox.
Als Bewaffnung führten sie neben Standardwaffen wie dem M14 und später
dem M16, auch Spezialwaffen wie das Stoner 63 lMG oder die schallgedämpfte
Pistole Smith & Wesson Mk.22 Modell O, auch als "Hush-Puppy" bekannt.
Die SEALs infiltrierten in das feindliche Gelände oft mit Hubschraubern
oder im Mekong-Delta auch mit Flusspatrouillenbooten der US Navy.
Im Jahr 1966 machten die SEALs allerdings ihre ersten
Verluste, und gemeinsam mit den damals noch vorhandenen UDTs operierten
sie meist im Süden des Landes. So eröffneten die SEALs gemeinsam
mit den Tauchern vom UDT 11 und den Marines bei Nha Be einen vorgeschobenen
Stützpunkt um den Vietkong besser angreifen zu können. Die SEALs
wandelten sich nun immer mehr zu einer überfallartig zuschlagenden
Kommandotruppe ähnlich den Special Forces und überließen
die traditionellen Kampfschwimmereinsätze immer mehr den UDTs. Da
sich Erfolge bei Nha Be zeigten, wurden die zwei SEAL Züge des Team
1 nun durch vier weitere Züge verstärkt und neben Nha Be wurden
auch solche Stützpunkte in Binh Thuy und My Tho eingerichtet. Kurz
darauf schickte auch das Team 2 Männer nach Vietnam, um den Bedarf
an Verstärkung zu erfüllen. Oft fungierten SEALs auch als vorgeschobene
Beobachter für Bomber und Artillerie, welche dem Vietkong empfindliche
Verluste zufügten.
Neben solchen Einsätzen stand aber auch das Befreien
von gefangenen Piloten an. Während der Operation "Bright Light" kam
es zu solchen Einsätzen und den SEALs gelang es auch etliche Gefangenen
zu befreien und dem Gegner große Verluste zu zufügen. Unter
der Führung des CIA wurde die berüchtigte Operation "Phoenix"
durchgeführt, welche das Ziel hatte auch durch psychologischen Druck
dem Vietkong die Zustimmung unter der vietnamesischen Bevölkerung
zu entziehen und wichtige Führer zu eliminieren. Diese nach der Tet-Offensive
1968 durchgeführte Einsätze brachten trotz der oftmals mit großer
Brutalität vorgebrachten Taktik große Erfolge und Verluste für
den Vietkong, so dass immer mehr Soldaten der regulären nordvietnamesischen
Armee eingreifen mussten. Bei solchen Einsätzen drangen die SEALs
nachts in kleine Trupps von nie mehr als vier bis acht Mann in die Dörfer
ein und töteten den örtlichen Vertreter lautlos mit schallgedämpften
Waffen oder ihren Messern. Durch diese Taktik und ihre getarnten Gesichter
erhielten sie von der Bevölkerung Namen wie "Grüngesichter" oder
"Geister aus dem Sumpf" und wurden oft als übernatürliche Wesen
unter den einfachen Bauern gefürchtet. Doch wussten auch die eigenen
konventionell operierenden Einheiten nichts genaues über die Einsätze
der SEALs.
Durch solche Einsätze und Gerüchte erhielten
die SEALs in den Medien einen unberechtigten Ruf als Killer, wodurch oftmals
einige Offiziere die Zusammenarbeit mit ihnen verweigerten. Doch die Truppenstärke
der Kampfschwimmer erhöhte sich trotzdem ständig und 1969 waren
die Detachments Bravo, Golf und Echo des Team 1 im Land. Außerdem
unterstützen zwei Züge den Küstenschutz. Doch mit der zunehmenden
"Vietnamisierung" des Konfliktes zogen sich, trotz der Verlegung des Detachments
Sierra 1970, immer mehr SEALs aus Vietnam zurück. Im Jahre 1971 verringerte
sich durch diese Verlegungen die Zahl der Kampfeinsätze erheblich
und zahlreiche Männer wechselten wieder in den Berater- und Ausbilderstatus
über, doch im Jahre 1972 waren nur noch ein Dutzend SEALs im Land.
Im Juni 1972 fiel dann auch der letzte SEAL auf dem Kriegsschauplatz Vietnam.
Das Verschwinden dieser geheimen Einheit erregt allerdings
kein großes Aufsehen, da schon alleine die Anzahl der SEALs sehr
gering war. So operierten nie mehr als 150 bis 200 SEALs, oder ein Dutzend
Züge gleichzeitig in Vietnam. Die SEALs erhielten für Tapferkeit
im Kampf mehrere Medals of Honor, mehr als 50 Silver Stars, 402 Bronze
Stars und Hunderte Purple Hearts.
Im Kampf fielen in Vietnam während all der Jahre
weniger als zwanzig SEALs.
Ein Mitglied des SEAL Team 8 gibt seinen Kameraden während
einer Übung aus einem SH-60 Feuerschutz.
(Picture by US Navy)
Die 70er Jahre
Nach dem Einmarsch Nordvietnams in die südvietnamesische
Hauptstadt Saigon und dem damit verbundenen Ende des Vietnamkrieges brach
für die USA ein schlechte Zeit an. Die gedemütigte Supermacht
musste ihre Streitkräfte verringern und von einer Wehrpflicht- auf
eine Freiwilligenarmee umsatteln. Diese Los traf besonders die Spezialeinheiten,
darunter auch die SEALs. Während dieser Jahre kam es nur zu kleineren
Einsätzen, ansonsten blieb die maritime Spezialeinheit weitgehend
unter sich.
Eine weitere Veränderung blieb allerdings auch den
SEALs nicht vorenthalten, der Anti-Terror-Kampf. Um dem zunehmenden Terrorismus
etwas entgegen zu setzen wurden in sämtlichen Teilstreitkräfte
neue Anti-Terror-Einheiten geschaffen oder vorhandenen Kräfte weitergebildet.
So bereiteten sich bereits 1978 zwei Züge des Team 2, mit der Aufstellung
des MOB 6 (Mobility Six) inoffiziell auf Geiselbefreiungen insbesondere
im maritimen Bereich vor. Kurze Zeit später, am 1. Oktober 1980 wurde
dann das SEAL Team 6 aus einem Großteil des MOB 6 geschaffen. Etwa
im März 1981 war das neugegründete Team zur Terrorismusabwehr
voll einsatzbereit.
Operation "Urgent Fury" (Grenada 1983)
Als kommunistische Kräfte in dem kleinen karibischen
Inselstaat Grenada an die Macht kamen und die Gefahr einer Geiselnahme
amerikanischer Studenten bestand, intervenierte die USA und eine Gemeinschaft
karibischer Staaten. Die Landung wurde von den Marines, Rangern und Fallschirmjägern
der 82th Airborne Division durchgeführt. Doch neben diesen Eliteeinheiten
waren zahlreiche Spezialeinheiten aller Teilstreitkräfte im Einsatz.
Die an dieser Operation beteiligten SEALs stammten aus dem Team 4 und dem
erst kurz zuvor neu gegründeten Team 6.
Eine der Missionen umfasste die Anlandung von 16 SEAL
des Team 6 mit einigen Combat Controller der Air Force um kurze Zeit vor
der Invasion heimlich Sendeanlagen in der Nähe des Flugplatzes Point
Salinas anzubringen. Die Funksignale dieser Anlagen sollten den amerikanischen
Flugzeugen die Navigation erleichtern. Die SEALs sollten einen HAHO-Fallschirmabsprung
(High Altidude, High Opening) durchführen, in das ebenfalls abgeworfene
Boston Whaler Boot einsteigen und die Einweiser der Air Force bei einem
nahegelegenen Zerstörer abholen. Doch nach der Landung im Wasser zog
die schwere Ausrüstung die SEALs in der tobenden See bis zu zwanzig
Meter in die Tiefe. Drei Männer des ersten und ein Mann des zweiten
Trupps ertranken in der schweren See. Das erste Team konnte sein Boot nicht
finden und das zweite Team musste unverrichteter Dinge zurückkehren.
Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das Anbringen der Navigationshilfen
unnötig gewesen wäre, da die anfliegenden Flugzeuge durchaus
ihre Ziele selbständig finden konnten.
Zur selben Zeit wurde Unterstützung für die
SEALs, in Form von Mitgliedern der SEAL Teams 4 und 6 mit einer C-9A nach
Barbados geflogen und dort vor den Augen der Weltpresse in drei wartende
Hubschrauber gesetzt und auf die Schiffe der Landungsverbände um Grenada
geflogen.
Ein weiterer Einsatz für die Männer des Team
6 war die Eroberung des Radiosenders Beausejour, etwa sechs Kilometer nördlich
der Hauptstadt St. George. Die Kampfschwimmer sollten mit Blackhawk Helikoptern
bei Nacht eindringen, doch durch Verzögerungen erreichten sie erst
bei Tageslicht die Station. Die anwesenden Wachsoldaten wurden problemlos
überwältigt und gefangengenommen. Doch gegen Vormittag änderte
sich die Situation dramatisch, da sich größere Abteilungen grenadinischer
Soldaten und kubanischer Söldner mit einem gepanzerten Fahrzeug dem
Sender näherten. Hierbei machte sich bei den SEALs das Fehlen von
Panzerabwehrwaffen und Unterstützung durch AC-130 "Gunships" bemerkbar.
Nach heftigen Feuergefechten sammelten sich die Kampfschwimmer, zogen sich
Richtung Strand zurück und schwammen mit ihrem verwundeten Zugführer,
Lt. Erskine, welcher u.a. eine Steckschuss in den Ellenbogen erlitten hatte,
mehrere Kilometer zum Zerstörer USS Caron. Wenig später wurde
der Radiosender durch Artillerie und Luftangriffe zerstört.
Um den britischen Gouverneur und dessen Mitarbeiter zu
schützen wurde das Team 6 beauftragt das Regierungsgebäude zu
sichern. Zwei Hubschrauber näherten sich dem Gelände doch starkes
Abwehrfeuer zwang die Piloten wieder abzudrehen. Diese Aktion forderte
schon die ersten Verwundeten, doch bei einem erneuten Anflug landete der
Trupp auf dem Tennisplatz des Gebäudes. Die SEALs sicherten das Gelände
und brachten die Gefährdeten in das Innere des Gebäudes. Doch
kurze Zeit später griffen starke Feindkräfte, welche durch mehrere
Schützenpanzer unterstützt wurden, das Gelände an. Hier
machte sich wieder einmal das Fehlen der Panzerabwehrwaffen bemerkbar und
der Zugführer Lieutenant Davis fordert umgehende Hilfe an. Doch erst
am nächsten Tag gelang es einer Kompanie Marines bis zu dem Gelände
durchzubrechen.
Kampfschwimmer des Team 4 führten mit Sea Fox Schlauchbooten
vor der Landung der Marines umgehende Erkundungen unter und über Wasser
durch. Sie stellten trotz der stürmischen See fest, dass eine amphibische
Landung zu gefährlich sei. Dank dieser Erkenntnisse führten die
Marines statt dessen eine Hubschrauberanlandung durch.
Nach wenigen Tagen des Widerstandes kapitulierten die
feindlichen Kräfte auf Grenada und auf der beschaulichen Insel war
wieder Ruhe eingekehrt.
Die heißen Jahre des Kalten Krieges
1983 war neben Grenada für die SEALs ein wichtiges
Jahr. Die UDTs wurden nun aufgelöst und in die SEAL Teams integriert.
Dies bedeutete eine zusätzliche Verstärkung jedes Teams. Außerdem
wurden aus den UDT 11 und UDT 20 das SEAL Team 4, beziehungsweise das Team
5. Das UDT 12 und das UDT 22 bildeten das SDV Team 1 und das SDV Team 2.
Anfangs blieb alles aber beim gleichen und die ehemaligen UDTs führten
auch weiterhin ihre ursprünglichen Aufgaben durch, erst mit der Zeit
übernahmen die SEALs auch ihre Einsatzbereiche.
Während des zwar siegreichen Einsatzes in Grenada
hatten sich aber gewaltige Mängel bei der Koordination der Spezialoperationen
gezeigt. So wurde ein Teilstreitkräfte übergreifendes Oberkommando
gebildet und die Spezialkommandos wurden massiv verstärkt. Die SEALs
wuchsen zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf über 2.000 Mann in
vier Teams mit insgesamt 60 Einsatzzügen an. Um die Effektivität
zu steigern, wurden auch die Waffen und die Ausrüstung verbessert.
Als am 7. Oktober1985 das italienische Kreuzfahrtschiff
S.S. Achille Lauro von vier Terroristen der palästinensischen PLF
gekapert wurde, stand das Team 6 bereit einen HAHO-Einsatz durchzuführen,
die Geiselnnehmer zu töten, sich schnell zurückzuziehen und einem
italienischem Sondereinsatzkommando den Ruhm für die Geiselbefreiung
zu überlassen.
Auf diplomatischen Wege gelang es dann aber die Situation
klären, so dass es zu keinem Einsatz kam. Die Geiselnehmer wurden
an Ägypten ausgeliefert, welches sie jedoch wieder laufen ließ.
Mittlerweile war bekannt geworden, dass an Bord der Archille Lauro der
US-Staatsbürger jüdischen Glaubens, Leon Klinghoffer ermordet
wurde. Daraufhin zwangen Kampfflugzeuge der US Navy das Flugzeug, in welchem
das PLF-Quartett saß, in Italien zur Landung, wo es von Mitgliedern
des Seal Team 6 festgenommen und mehr oder weniger freiwillig der italienischen
Justiz übergeben wurde.
In den 80er Jahren gab es aber auch Einsätze in
Beirut oder in Libyen, jedoch unterliegen diese heute noch der Geheimhaltung.
Dort fanden auch einige Aufklärungseinsätze mit SDVs statt, sowie
Einsätze bei denen die Kampfschwimmer tief ins Landesinnere vordrangen.
Ansonsten waren einige Züge während des 1.
Golfkrieges und dem damit verbundenen Tankerkrieg im Einsatz.
Weiterhin engagierten sich die SEALs auch im Anti-Drogen-Kampf
und sie entsandten immer wieder Berater nach Süd- und Lateinamerika.
So hielt sich am 15. Dezember 1989 eine Einsatzgruppe aus SEALs und Delta
Force auf der USS America bereit um den kolumbianischen Drogenhändler
José Rodriguez Gacha festzunehmen. Kolumbianische Soldaten erschossen
jedoch Gacha, seinen Sohn und vier seiner Leibwächter bei einem Feuergefecht.
Weder SEALSs noch Delta Forces kamen aktiv zum Einsatz. In den letzten
Monaten der Jagd auf den Chef des kolumbianischen Medellin-Kartels, Pablo
Escobar Gaviria, welcher zum Staatsfeind der USA erklärt worden war,
unterstützen Mitglieder des SEAL Team 6 ihre Kameraden der Delta Force
in der Beratung der kolumbianischen Sicherheitskräfte. Die sechs Soldaten
der Delta Force agierten zusammen mit der CIA, der DEA und einer als "Centra
Spike" bezeichneten luftgestützten EloKa-Armeeeinheit seit mehreren
Jahren in Kolumbien. Ob Delta Force-Angehörige oder SEALs sich aktiv
an der Jagd auf Pablo Escobar beteiligten ist unklar, es wäre zumindest
ein Verstoß gegen die kolumbianische Verfassung.
Weiteren personellen Zuwachs erhielten die SEALs 1988
als das Team 8 aufgestellt wurde.
Als 1989, im Libanon, mal wieder, US-Bürger in Geiselhaft
gerieten, hielten sich 50 SEALs an Bord der, für den SDV-Transport
modifizierten USS John Marshall (SSN-611) vor der libanesischen Küste
auf, um im Falle eines Falles die Geiseln zu befreien oder Vergeltungsschläge
durchzuführen.
Weiterhin dürften die Seals, wie ihre Kameraden
aus anderen NATO-Staaten, bspw. Großbritannien, auch Aufklärungseinsätze
in sowjetischen Häfen geschwommen haben.
Operation "Just Cause" (Panama 1989)
Da der ehemalige CIA-Mitarbeiter und damalige panamesische
Diktator Manuell Noriega als zentrale Figur im lateinamerikanischen Drogenhandel
galt und einige US-Soldaten in Panama getötet wurden, entschloss sich
der amerikanische Präsident Bush diesem Treiben ein Ende zu bereiten.
Am 19. Dezember 1989 griffen schließlich Ranger, Special Forces,
Fallschirmjäger der 82th Airborne Division und Teile der 7th Infantry
Division das Land an.
Die SEALs des Team 2 führten eine klassischen Kampfschwimmereinsatz
gegen die schwache Flotte des Diktators aus. Ein vier Mann Trupp, von einem
Schlauchboot abgesetzt, gelangte tauchend an das am Pier vertäute
Schnellboot Presidente Porras und befestigten am Rumpf des Schiffes fast
einen halben Zentner C4 Sprengstoff. Mittels Zeitzünder detonierte
die Ladung nach 45 min, die Kampfschwimmer hatten bereits unentdeckt ihre
Boote erreicht. Dem Schiff wurden beide Dieselmotoren herausgerissen, welche
angeblich nie gefunden wurden, und es erlitt schwere Schäden.
Das Team 4 erhielt der Aufgabe den Paitilla-Flughafen
einzunehmen und die persönliche Maschine von Noriega zu zerstören.
Doch die Lage änderte sich plötzlich, als heftige Feuergefechte
in Panama City tobten und Gerüchte von der Flucht Noriegas die Runde
machten. Die drei Züge Golf, Bravo und Delta näherten sich nun
in großer Eile per Boot dem Strand. Doch die Verteidigungsstellungen
waren schon besetzt und die ankommenden SEALs gerieten in heftigstes Gegenfeuer.
Die ersten Verluste traten auf und die Kampfschwimmer begannen sich einzuigeln.
Die SEALs versuchten vergeblich Hilfe herbeizurufen und erst nach 36 Stunden
trafen mehrere Kompanien der Ranger per Helikopter ein. Die im Grunde unnötige
Aktion kostete vier Seals, Lt. j.g. J.P. Connors, Chief Engineman D.L.
McFaul, Torpedoman´s Mate 2nd Cl. I.G. Rodriguez III und Boatswain´s
Mate 1st Cl. C. Tilghman, das Leben und forderte acht Verwundete, einer
der verletzten wird den Rest seines Lebens in einem Rollstuhl verbringen.
Dieser Einsatz wäre eher für eine Infanterie- oder Eliteeinheit
wie die Ranger geeignet gewesen, welche über schwere Waffen verfügten.
Weiterhin beteiligten sich die SEALs des Team 6 zusammen
mit der Delta Force in schwarz gestrichenen AH-6, MH-6 und MH-60 noch an
der Suche nach dem flüchtigen Noriega und das Team 2 durchsuchte einige
Inseln nach versprengten feindliche Soldaten. Doch es kam zu keinen weiteren
Gefechten.
US Navy SEAL bei einer Schießübung mit einem
Desert Patrol Vehicle in der
Nähe von Kandahar, Afghanistan. 2. Februar 2002.
(Picture by US Navy)
Zweiter Golfkrieg 1990/91
Nach dem Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait und
der darauf folgenden erfolglosen Gespräche entschlossen sich die UN-Streitkräfte,
unter der Federführung der USA, zum Handeln. Neben umfangreichen konventionellen
Streitkräften kamen auch zahlreiche Spezialeinheiten aller Teilstreitkräfte
zum Einsatz.
Südlich der saudischen Stadt Dhahran bezogen die
SEALs ihren Stützpunkt wo Captian Raymond Smith die provisorisch aufgestellte
Naval Special Warfare Task Group Central befehligte. Insgesamt waren zwar
nur vier reinrassige Züge des Teams 2 und 5 im Land, der Rest der
250 SEALs verteilte sich auf diverse Bootsgruppen, SDVs-Teams, Teams mit
den neuen Fast Attack Vehicles ("Wüstenbuggys") und auf Schiffen der
US Navy.
Irakische Truppen hatten das kuwaitische Off-shore Ölfeld
Ad-Dawrah, welches aus elf Ölbohrinseln bestand besetzt. Am 18. Januar,
einen Tag nach Beginn des Luftkrieges gegen den Irak meldeten alliierte
Piloten das sie von den Bohrinseln aus beschossen wurden.
Kurz darauf wurden zwei der Bohrinseln von SH-60B Hubschraubern
der USS Nicholas, OH-58Ds und einem britischen Lynx sturmreif geschossen.
Die USS Nicholas und das kuwaitische Patrouillenboot Istiqlal, zerstörten
die neun verbleibenden Bohrinseln. SEAL Teams und US Marines wurden jeweils
auf den Bohrinseln abgesetzt um zurückgelassene Ausrüstung und
Unterlagen zu sichern.
Am Abend des 24. Januar 1991 wurden OH-58Ds auf einer
SAR-Mission, welche von der USS Curts aus flogen, von irakischen Truppen
auf der kuwaitischen Insel Qaruh beschossen. Die Hubschrauber erwiderten
das Feuer und die Curts näherte sich Qaruh um das Feuer mit ihrem
76 mm Geschützen zu eröffnen. Die Curts wurde bald von der USS
Nicholas unterstützt und nach sechs Stunden wurden SEALs von Hubschraubern
der USS Leftwich auf Qaruh angelandet. Die SEALs befreiten damit das erste
Stück Kuwait in der Operation Desert Storm und nahmen 67 irakische
Soldaten gefangen.
In den Nachtstunden des 23. Februar 1991 nährten
sich sechs SEALs unter dem Kommando des jungen Lieutenant Tom Dietz in
zwei Fountain 33 Speedboats mit über 70 km/h der kuwaitischen Küste.
Kurz vor der feindlichen Küste stiegen die SEALs in Schlauchboote
um und näherten sich dem Strand, doch der letzte Teil des Weges musste
schwimmend zurückgelegt werden. Danach wurden etliche 10 kg C4-Sprengladungen
mit Zeitzündern am Strand versteckt und die Kampfschwimmer zogen sich
von den irakischen Soldaten unbemerkt zurück. Nach dem Rückzug
der SEALs nährten sich zwei US-Patrouillenboote der Küste und
eröffneten für eine halbe Stunde ein wahres Feuerwerk. Sie beschossen
die feindlichen Verteidigungsstellungen mit massivstem MG- und Granatmaschinenkanonen-Feuer
und immer wieder wurden die vorhin angebrachten Sprengladung zur Explosion
gebracht. Dies alles schaffte totale Verwirrung unter den irakischen Soldaten
und man erwartete ein feindliche amphibische Anlandung. Sofort schickte
das irakische Oberkommando zwei Divisionen zu dem Abschnitt, doch genau
dies erwartete der alliierte oberkommandierende General Schwarzkopf und
so war der Weg frei für einen Angriff über den Landweg.
Neben solchen Einsätzen führten die SEALs auch
Boarding-Einsätze gegen verdächtige Schiffe durch und untersuchten,
ob diese gegen das Waffenembargo gegen den Irak verstießen. Weiterhin
räumten und legten die SEALs Minen, standen zu Rettungseinsätzen
von abgeschossenen oder abgestürzten Piloten bereit oder begaben sich
zusammen mit anderen Spezialeinheiten verschiedener Länder auf SCUD-Jagd.
Gegen diese Raketenstellungen wurden auch vielfach die Züge des Team
5 mit ihren brandneuen Dünen-Buggies (FAV) eingesetzt. Die SEALs wurden
auch gegen die Insel Umm-Al-Maradim eingesetzt und sie waren sogar die
ersten alliierten Truppen mit ihren FAV's in Kuwait-City. Mitte 1991 kehrten
die SEALs dann in ihre Garnisonen zurück, sie hatten insgesamt 270
Einsätze ohne einen einzigen Verlust absolviert.
UNOSOM (Somalia 1992-94)
Somalia war ein vertrautes Terrain für die Kampfschwimmer
der US Navy. Bereits 1991 evakuierten etwa 60 Marines und SEALs rund 300
Diplomaten und Ausländer vom Gelände der amerikanischen Botschaft
in Mogadischu. Trotz der Entfernung von mehr als 800 km zwischen Zielort
und dem Hubschrauberträger USS Guam, gelang die Evakuierung ohne Verluste.
Doch bereits am 9. Dezember 1992 machten die SEALs in
Somalia wieder Schlagzeilen. Das ostafrikanische Land, schon zerrüttet
durch einen brutalen Bürgerkrieg, wurde nun durch einige Missernten
in eine Hungersnot gestürzt, welche mehre Millionen Menschen bedrohte.
Die UNO und besonders die USA wollten solch einem Treiben nicht länger
zusehen und entsandten zuerst ein Kontingent Marines und später dann
auch UNO-Blauhelme. An diesem besagten 9. Dezember kreuzte ein amerikanischer
Flottenverband mit einem MEU(SOC) mit insgesamt etwa 1.800 Marines an Bord
vor der Küste Somalias. Wie üblich begleitete auch ein Zug SEALs
diesen Marines-Verband und übernahm die Strandaufklärung wie
all die Jahrzehnte davor. Doch als sich die 12 SEALs langsam aus dem Wasser
dem Strand näherten wurden sie von mehr als 300 Journalisten erwartet
und mit einem Blitzlichtgewitter empfangen. Sie ließen sich allerdings
nicht beirren und wenige Stunden später hatten die Marines den Hafen
Mogadischu gesichert.
Die Kampfschwimmer blieben allerdings noch länger
im Land und halfen bei humanitären Missionen. Doch die Unruhen zwischen
den befeindeten Clans und gegen die UNO-Friedenstruppe nahmen zu und die
SEALs beteiligten sich an mehr als 60 Kampfeinsätzen vielfach unter
feindlichem Beschuss. Bei der unglücklichen "Task Force Ranger" waren
außer den Rangern, Green Berets, den Angehörigen des SFOD-1,
auch SEALs. Doch all die Entbehrungen und Anstrengungen halfen nichts,
der Bürgerkrieg flammte neu auf und die UNO-Friedenstruppe und mit
ihr auch die Kampfschwimmer zogen sich nach 15 Monaten aus dem hoffnungslos
zerrütteten Land zurück.
Die 90er Jahre
Die Jahre nach dem Zerfall des Warschauer Paktes und dem
Ende des Kalten Krieges sollten eigentlich ruhiger werden, doch sie wurden
es nicht. Nach dem missglückten Einsatz in Somalia kamen die SEALs
noch in verschiedenen Gebieten, wie z.B. in Haiti oder auf dem Balkan zum
Einsatz. Gegen Ende der 90er Jahre wurden die diversen Spezialeinheiten
der Vereinigten Staaten aufgerüstet und personell verstärkt.
So wurde das Budget erhöht und zahlreiche neue Waffen und Ausrüstungsteile
entwickelt, bzw. beschafft.
Weiterhin wurden SEALs zur Embargokotrolle am Persischen
Golf eingesetzt. Hier kontrollierten sie seit dem ersten Golfkrieg, mit
ihren Kameraden des USMC, der US Coast Guard und Soldaten aus anderen Nationen
(u.a. Australien), in den Irak ein- ausfahrende Schiffe auf illegales Transportgut.
Irgendwann Mitte der 90er Jahre kam zur Umstrukturierung
und Umbenennung des SEAL TEAM 6 zur DEVGRU (Naval Special Warfare Development
Group). Grund dafür war der schlechte Ruf des SEAL Team 6 innerhalb
der Navy und die fehlende Transparenz bei der Bereitstellung und Verwendung
von Geldmitteln und Ausrüstung. Hinzu kam außerdem noch, dass
der Teamgründer Richard Marcinko aus einem Interessenkonflikt heraus
in unbekannte Machenschaften verwickelt war und außerdem noch der
Bestechlichkeit beschuldigt wurde. Das hat ihm eine beinahe zwei Jahre
andauernde Haftstrafe mit anschließender Zahlung von 10.000 $ eingebracht.
Dennoch ist er, unterstützt durch seine Buchveröffentlichungen,
zu einer Art Mythos geworden. Die DEVGRU sollte sich nun offiziell auf
die Erprobung von Ausrüstung, Techniken und Taktiken konzentrieren.
Dennoch übernimmt DEVGRU seit diesem Zeitpunkt weiter die Rolle der
Antiterroreinheit innerhalb der Navy.
Die Seals beteiligten sich auch an der Jagd auf Kriegsverbrecher
im ehemaligen Jugoslawien.
Zu einem Dauerproblem entwickelt sich Liberia. Die innere
Sicherheit des von ehemaligen amerikanischen Sklaven gegründeten Landes
auf dem afrikanischen Kontinent wird seit langem durch Unruhen gestört.
Bereits in den Jahren 1990 und 1992 evakuierten amerikanische Streitkräfte
US-Bürger und Liberianer aus Liberia. Und so rückten am 9. April
1996 18 SEALs und sechs Special Forces Soldaten, unterstützt durch
die USAF aus, um in der amerikanischen Botschaft in der liberianischen
Haupstadt Monorovia 470 US-Staatsbürger aus Liberia zu evakuieren.
Bereits zwei Jahre später waren die SEALs wieder im Lande. Als es
in Monorivia zu Unruhen kam, nachdem US-Botschaftswachen zwei Polizisten
am 18. August 1996, während eines Angriffes auf die US Botschaft,
erschossen hatten, hielt sich seit dem 21. August ein 20-köpfiges
luftverlegbares SEAL Team in Sierra Leone bereit, um im Falle eines Falles,
unterstützt von Special Forces der US Army amerikanische Staatsbürger
zu evakuieren. An der Operation beteiligt waren auch Boote der SBU der
SEALs: Die USS Chinook kreuzte mindestens eine Woche lang in Sichtweite
der Stadt Monorovia.
Im August 2003 kehrten SEALs und Special Forces nach
Liberia zurück. Mittlerweile musste der verhasste Präsident Charles
Taylor sein Amt aufgeben und aus dem Lande fliehen, in welchem nun bewaffnete
Banden die Straßen beherrschten. 100 US Soldaten, einschl. SEALs
und Special Forces, gehörten zum ersten Teil der nachkommenden Friedenstruppe.
Die Sondereinheiten erkundeten ausgewählte Örtlichkeiten an denen
später die Hauptkräfte der aus Truppen der USA und Westafrika
bestehenden Sicherheitstruppe landen sollten. Und am 5. August trafen die
ersten nigerianischen Friedenstruppen ein.
Die zehn bis 12 SEALs, unterstützt von Pionieren,
räumten auch das Hafenbecken Monorovias von Unterwasserhindernissen,
welche die Schifffahrt beeinflussen könnten.
Ein SEAL gibt seinen Kameraden bei der Erkundung vermutlicher
Al-Qaida
und Talibanstellungen Deckung, 24. Januar 2002. (Picture
by US Navy)
Operation Enduring Freedom (Afghanistan 2001-?)
Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center
(WTC) und das Pentagon am 11.09.2001 beschloss die Regierung Bush gegen
die mutmaßlichen Drahtzieher, die Terrororganisation Al-Qaida und
die sie unterstützenden Taliban, ins Feld zu ziehen. Anfangs kamen
nur wenige Bodentruppen wie die amerikanischen Special Forces oder der
britische Special Air Service zum Einsatz. Deren Aufgaben beschränkten
sich auf Fernspäh- und FAC-Einsätze für die anfliegenden
Kampfflugzeuge, sowie die Ausbildung und Unterstützung der mehr oder
weniger mit den USA Verbündeten Nordallianz-Truppen.
Doch mit dem Vormarsch der Nordallianz kamen nun verstärkt
auch Truppen anderer Teilstreitkräfte zum Einsatz. Dies wurde noch
verstärkt durch die Anlandung der 15th und 26th MEU(SOC) des Marine
Corps. Obwohl Afghanistan ein Binnenland ohne Küste ist, kam somit
auch ein größeres Kontingent der SEALs zum Einsatz. Ihre Aufgaben
waren die Durchsuchung von Taliban und Al-Qaida-Verstecken und die aktive
Teilnahme an den zunehmend härter werdenden Bodenkämpfen, vor
allem in Höhlen und Gebirgen. Die SEALs waren in Afghanistan der Task
Force 11 unterstellt.
Doch mit der zunehmenden Aktivität traten auch ersten
Verluste in den Reihen der SEALs auf: Der erste gefallene SEAL war Petty
Officer (Maat) Neil Roberts, 32 Jahre alt, und dem Seal-Team 2 angehörig.
Die Umstände von Roberts Tod und die Bergung seines Leichnamens spiegeln
in einem gewissen Maße die Mentalität speziell der SEALs und
der US-Sondereinsatzeinheiten allgemein, nie einen Mann, egal ob tot oder
lebendig, zurückzulassen, wieder.
Am Montag, dem 4. März 2002 um 3.30 Uhr Ortszeit,
flogen zwei MH-47E Chinook des 160th SOAR mit einem SEAL-Aufklärungstrupp
in das Shahikot-Gebirge, in der afghanischen Provinz Paktia. Die Landezone
galt Stunden zuvor noch als feindfrei, jedoch war mittlerweile ein starker
Talibanverband in das Gebiet eingekehrt. Der erste Hubschrauber, in welchem
Roberts saß, geriet im Landeanflug auf die LZ (Landing Zone) Ginger,
der Takur Ghar Bergspitze in 3.000 m Höhe, plötzlich unter Feindfeuer:
drei Geschosse aus RPG-7 Panzerbüchsen trafen die Unterseite des Nutzlastabteils
und des Cockpits des Chinooks ohne zu explodieren. Jedoch durchtrennten
die Geschoss verschiedene Versorgungsleitungen und Hydraulikflüssigkeit
floss durch den Innenraum des Hubschraubers. Roberts stand bereits an der
Heckrampe um den Hubschrauber schnell verlassen zu können, so dass
die Zeitspanne, in welcher der Hubschrauber am Boden ist und ein gutes
Ziel darstellt, gering ist. Durch die heftigen Ausweichbewegungen des MH-47
rutsche Roberts auf der ausgelaufenen Flüssigkeit aus, verlor den
Halt und fiel aus der Maschine. Der SEAL überlebte den knapp drei
Meter tiefen Sturz, aus dem langsam fliegenden Hubschrauber. An Bord des
MH-47 bemerkte man den Verlust Roberts nicht. Aufgrund der starken Beschädigungen
des Hubschrauber wäre eine sofortige Rettung Roberts unmöglich
gewesen. Der angeschlagene Chinook suchte sein Heil in der Flucht. Roberts
blieb zurück.
Als der Hubschrauber vier Kilometer weiter notlandete,
führte man eine Zählung durch und bemerkte erst jetzt das Fehlen
des SEALs. Eine Predator Aufklärungsdrohne wurde in das Gebiet entsandt
und übertrug Live Bilder zur FOB. Roberts kämpfte am Boden um
sein Leben, mit Handgranaten und seinem M4-Karabiner schaltete er eine
MG-Stellung aus. Trotz mehreren Verwundungen kämpfte er noch über
eine Stunde weiter. Die letzten Bilder von Roberts Überlebenskampf
zeigen ihn beim Schiessen mit seiner Pistole. Nachdem er seinen Karabiner
leergeschossen hatte, war sie das einzige was ihm blieb um die angreifenden
Taliban-Al-Qaida-Krieger zu bekämpfen. Kurz darauf fiel er. Al-Qaida-Taliban-Kämpfer
trugen seinen Leichnam weg.
Unterdessen erhielten die US-Streitkräfte aus Bagram
die Erlaubnis eine Rettungsaktion zu starten. Drei Stunden später
flog ein weiteres Paar MH-47E die Landungszone ihrer Vorgänger an.
An Bord befand sich ein überstürzt zusammengestelltes 33-köpfiges,
ausschließlich aus Freiwilligen bestehendes Rettungsteam. Die Soldaten
wurden abgesetzt von ihren Hubschraubern in der früheren LZ abgesetzt
und kämpften sich ihren Weg durch die Al-Qaida Stellungen zu einem
Bunkersystem, in dem man, so vermutete man, den noch lebenden Roberts gefangen
hielt.
Daraufhin bahnte sich ein Feuergefecht an, bei dem sechs
Amerikaner fielen. Zwölf Stunden dauerte der Kampf am Boden an, bis
weitere Hubschrauber eintrafen um das Rettungsteam zu unterstützen
und dem Gefecht ein Ende setzten. Nach dem mühsam erkämpften
Sieg der Amerikaner wurden die Gefallenen, inklusive Roberts, und elf Verwundete
zurückgebracht.
Neben Roberts starben, die Ranger Private First Class
Matthew A. Commons, Specialist Marc A. Anderson, Sergeant Bradley S. Crose,
weiterhin Technical Sergeant John A. Chapman und Senior Airmen Jason D.
Cunningham der USAF Combat Controller bzw. der Para Rescue und der Angehörige
des 160th SOAR "Night Stalkers" Sergeant Philip J. Svitak.
Ein Zweiter Toter aus den Reihen der SEALs ist Chief Petty
Officer Matthew J. Bourgeois, er verlor sein Leben am 19. März 2002.
Der 35-jährige trat während einer Übung nahe dem Kandaharer
Flughafen auf eine Landmine. Ein weiterer SEAL wurde durch die Detonation
leicht verletzt.
Die SEALs blieben auch weiterhin in Afghanistan stationiert
und nahmen an allen wichtigen Operationen zur Bekämpfung der Taliban
und Al-Qaida teil. Durch die Verlagerung des Krisenschwerpunktes von Afghanistan
in den Irak sank Anfang 2003 die Zahl der im Land anwesenden SEALs, bzw.
von US Sondereinheiten allgemein, drastisch.
Aber auch das Jahr 2003 forderte Opfer unter den Seals
in Afghanistan:
Am 25. Juni wurde der 30 jährige Interior Communications
Electrician 1st Class Thomas E. Retzer, bei einer Feindberührung in
der Nähe von Gardez, Afghanistan so schwer verwundet, das er am Folgetag
seinen Verletzungen erlag. Zwei Mitglieder der US Army Special Forces wurden
bei dem Vorfall verletzt.
Navy Photographer’s Mate 1st Class David M. Tapper, wurde
am 20. August 2003 getötet. Der 32-jährige wurde bei einem Hinterhalt
in Orgun, in der Provinz Paktia, Afghanistan, schwer verletzt und verstarb
später im Krankenhaus der Bagram Air Base. Tapper und Retzer gehörten
zur NSWG 2.
Das erste Foto welches die Beteiligung Deutschlands am
Krieg gegen den Terrorismus in Afghanistan zeigte:
US Navy SEALs und Soldaten des KSK haben ein Munitionslager
n den Bergen Afghanistans ausgehoben.
(Picture by US Navy)
3. Golfkrieg (2003)
Auch im 3. Golfkrieg spielten Sondereinheiten eine Rolle.
Als in den Tagen vor Kriegsbeginn alliierte Pioniereinheiten Teile der
Demarkationslinie an der irakisch-kuwaitischen Grenze einrissen, sollen
auf diesem Wege auch Kommandoeinheiten in den Irak eingesickert sein.
Während im Südirak amerikanische Luftlandeeinheiten
und Special Forces, unterstützt vom britischen SAS und SBS zwei Flugplätze
(H2 und H3 am 21. März 03) eroberten, räumten SEALs unterstützt
von dressierten Delphinen im Hafen von Um Kasr Minen. SEALs beteiligten
sich auch, zusammen mit dem britischen SAS, dem australischen SASR und
amerikanischen Special Forces an der Jagd auf möglicherweise noch
im Irak vorhandene SCUD-Abschussrampen.
In der Nacht vom 1. auf den 2. April 2003, befreiten
Seals die Gefreite Jessica Lynch aus irakischer Gefangenschaft. Die 19-jähgrige
Lynch war am 23. März nachdem ihr Konvoi der .507 Instandsetzungseinheit
der 11. Air Defence Brigade in einen Hinterhalt geraten war, mit 14 ihrer
Kameraden in irakische Gefangenschaft geraten.
Das US Central Command wurde durch einen irakischen Rechtsanwalt
auf Lynchs Aufenthaltsort hingewiesen. In dieser Nacht errichteten Ranger
einen Perimeter um das Krankenhaus in dem Lynch behandelt wurde. Während
SEALs, von Hubschraubern abgesetzt, in das Krankenhaus eindrangen und sich
vom diensthabenden Arzt zu Lynch führen ließen. Von hier aus trugen
sie Lynch auf einer Trage nach draußen, zu einem wartenden MH-60
Hubschrauber.
Die Befreiung Lynchs war ein gewiefte PR-Aktion. Das
SEAL-Team, welches Lynch rettete, nahm die komplette Aktion auf Video auf,
ein fünfminütiger Zusammenschnitt wurde auf der nächsten
Pressekonferenz vorgeführt. Zuvor hatte man sich versichert, das die
Fedajhin - irakische Freischärler - die sich im Krankenhaus aufgehalten
hatten, abgezogen waren. Als das Rettungstrupp in das Krankenhaus eindrang,
wollte man den SEALs den Weg zu Lynch zeigen und ihnen die Zimmerschlüssel
übergeben. Diese lehnten jedoch freundlich aber bestimmt ab, sprengten,
schossen und traten Türen auf und schossen mit Platzpatronen umher.
In der späteren Pressevorführung des Videobandes, sah dies alles
sehr real aus. Lynch wurde von Kuwait aus, in das US Militärhospital
in Wiesbaden geflogen und hatte sich kurz darauf von ihren Verletzungen
wieder erholt. Ihre gefangengenommen Kameraden wurde bei Tikrit von US
Marines, in einer echten Befreiungsaktion, befreit.
Ob SEALs innerhalb Bagdads operierten ist noch nicht
bekannt. Nach Aussage des Pressesprechers des US Central Commands, infiltrierten
Kommandoeinheiten Bagdad durch geheime Tunnel die den Bagdad International
Airport mit Bagdad verbinden.
Taucher des Seal Team 2 üben in den warmen Gewässern
der Karibik, 2. Oktober 1997
(Picture by US Navy)
Ausbildung
Die Anforderungen
Um in den elitären Kreis der Kampfschwimmer der Navy
aufgenommen zu werden, muss der Bewerber folgende Anforderungen erfüllen.
Ü männlichen
Geschlechtes
Ü nicht älter
als 28 Jahre
Ü freiwillige Meldung
Ü keine Vorstrafen
Ü bestandene taucherärztliche
und psychologische Untersuchung
Ü volle Sehschärfe
Ü keine Farbenblindheit
Ü Bestehen einer sportlichen
Eignungsübung
Ü 500 m Schwimmen
(unter 12,3 min)
Ü 42 Liegestütze
(in 2 min)
Ü 50 Sit-Ups (in 2
min)
Ü acht Klimmzüge
Ü 1,5 Meilen (ca.
2,4 km) Lauf mit voller Ausrüstung unter 11,3 min
Ü mindestens 104 Punkte
bei einem IQ-Test
Bewerber muss schon zuvor eine gewisse Dienstzeit bei der
Navy absolviert haben, ein Eintritt direkt aus dem Zivilleben ist nicht
möglich. Während der Ausbildung wird kein Unterschied zwischen
Mannschaften und Offiziere gemacht, da die Rangabzeichen entfernt werden.
Die Ausbildung
Um ein SEAL zu werden, muss der Anwärter eine einjährige
Ausbildung durchlaufen, welche als eine der härtesten in den ganzen
US Streitkräften gilt. Bevor der Bewerber zum BUD/S-Lehrgang (Basic
Underwater Demolition/SEAL) zugelassen wird, durchläuft er einen siebenwöchigen
Auswahl- und Vorbereitungslehrgang.
Der BUD/S-Lehrgang wird wie alle Ausbildungsabschnitte
in Coronado durchgeführt. In den ersten fünf Wochen wird die
körperliche Leistungsfähigkeit der Rekruten trainiert, so werden
Tag und Nacht Laufübungen, Gymnastik, Sit-Ups, Liegestütze und
das Überwinden der Hindernisbahn in einem immer strengeren Zeitlimit
per gnadenlosem Drill vermittelt. Zudem wird den Teilnehmern schon der
Umgang mit den Schlauchbooten beigebracht und sie werden in siebenköpfige
Bootsgruppen eingeteilt. Weiterhin wird an den Schwimmkünsten der
zukünftigen SEALs gefeilt: Sie werden mit zusammengebundenen Armen
und Beinen in ein Wasserbecken geworfen und müssen sich immer wieder
vom Grund abstoßen um an frische Atemluft zu kommen.
Nach diesen fünf Wochen folgt die legendäre
"Hell Week" (Höllenwoche). Während diesen fünf Tagen finden
die Rekruten nie mehr als eine Stunde Schlaf pro Tag und es wird nie langweilig:
Tag und Nacht wird gerudert, geschwommen und gelaufen.
Diese Übungen dienen alle dazu, die späteren
Kampfschwimmer an das nasse Element zu gewöhnen. Doch nach der anstrengenden
Hell Week und dem Ausscheiden zahlreicher Teilnehmer verlaufen die nächsten
drei Wochen ruhiger, da sich der harte Kern herauskristallisiert hat. Während
des BUD/S, speziell während der Höllenwoche, verlassen im Schnitt
60% der Anwärter die Ausbildung und kehren zu ihren Einheiten zurück.
Nun erfolgen noch zahlreiche theoretische Übungen und Ausbildungen,
darunter auch eine intensive Waffenausbildung.
Der nächste Abschnitt beschäftigt sich hauptsächlich
mit der Taucherausbildung mit offenem und geschlossenem Atemkreislauf.
Im dritten Abschnitt wird der infanteristische Kampf
intensiv geübt. In diesen neun Wochen wird Waffenausbildung, Seilarbeit,
Fernspähtaktik, Gefechtsausbildung und Sprengen den Teilnehmern vermittelt.
Das gefechtsmäßige Schiessen und die Kenntnisse über in-
und ausländische Waffen müssen sitzen.
In den letzten fünf Wochen werden die künftigen
Kampfschwimmer auf die Insel San Clamente, etwa 100 km von San Diego entfernt,
verlegt. Hier wird der bisher erlernte Stoff noch einmal in diversen Übungsszenarien
trainiert. Nach sechs Monaten harter Ausbildung folgt nun eine Abschlussprüfung.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Grundausbildung
für den Dienst bei den Sondereinsatztruppen werden die Anwärter
nach Fort Benning, Georgia versetzt. Dort befindet sich die Luftlandeschule
der US Army, an dem die zukünftigen SEALs das Fallschirmspringer-Abzeichen
erwerben.
Nach Abschluss aller Ausbildungspunkte werden die Anwärter
zu einem SEAL oder SDV Team versetzt. Dort müssen sie sich noch einmal
ein halbes Jahr weiterbilden, erst dann dürfen sie sich den begehrten
"Trident "an den Dienst- oder Ausgehanzug heften. Das Trident ist das Tätigkeitsabzeichen
der US Navy SEALs und darf von all denen getragen werden, welche Absolventen
der BUD/S Ausbildung sind. Der Trident ist ein vergoldetes Metallabzeichen
welches die triphibische Einsatzfähigkeit der SEALs zeigt. Der Anker
steht für die Verbundenheit mit dem Wasser, der Adler symbolisiert
die Fähigkeit für den Fallschirmsprung, während der Dreizack
die Unterwasserfähigkeit und die Pistole den Landkampf darstellen.
Die Seals suchen sich nur die besten Männer heraus.
Es gab durchaus Lehrgänge aus denen keiner der Teilnehmer ein SEAL
geworden ist.
Fort- und Weiterbildung
Mit dem Abschluss der BUD/S und dem Erringen des Tridents
ist die Ausbildung der SEALs noch lange nicht abgeschossen. Die Kampfschwimmer
bilden sich in allen möglichen in- und ausländischen Lehrgängen
oder besuchen befreundete ausländische Kampfschwimmer-Einheiten und
erringen deren Abzeichen. Ansonsten lassen sie sich in die HALO/HAHO-Taktik
als Freifaller einweihen, werden Absetzer, und vertiefen ihre Waffen- oder
auch ihre Fremdsprachenkenntnisse.
Klasse 244 des BUD/S-Lehrgangs rudert während der
Ausbilung aufs offene Meer hinaus.
(Picture by US Navy)
Mitglieder der Klasse 244 des BUD/S-Lehrgangs müssen
im kalten Wasser ausharren.
Die orangefarbene Schnur (die sogenannte "Idiot Cord"),
welche die Mütze mit der Feldbluse
verbindet dient dazu dem Verlust der Mütze vorzubeugen.
(Picture by US Navy)
Struktur
Ü Naval Special
Warfare Command
Dieses Oberkommando befehligt alle Spezialkräfte
der US Navy und ist in Coronado stationiert. Insgesamt beträgt die
Personalstärke inklusive aller Reservisten ca. 5.000 Mann. Das NSW
Command ist direkt dem Special Operations Command auf der MacDill AFB in
Tampa, Florida unterstellt. Von dort werden die Spezialkräfte aller
Teilstreitkräfte befehligt.
Das NSW besteht aus dem Naval Warfare Center, das ebenfalls
in Coronado stationiert ist. Dort erfolgen die Aus- und Fortbildung der
angehenden SEALs und der Unterstützungsgruppen. Weiterhin sind dem
NSW Command die zwei Naval Special Warfare Group unterstellt.
Ü Naval Special
Warfare Group 1
Dieser Verband ist in Coronado an der Westküste
stationiert und besteht aus folgenden Verbänden:
Ü SEAL Team
1, 3, 5, 7 alle in Coronado
Ü SEAL Delivery Vehicle
Team 1, Coronado
Ü Special Boat Unit
(SBU) 11, Vallejo, Kalifornien
Ü SBU 12, Coronado
Ü SBU 13 (National
Garde), San Diego
Ü Ein SEAL Detachment
in Kodiak, Alaska
Ü Ein Detachment des
SDV Team 1 auf Hawaii
Ü Sowie die Naval
Special Warfare Unit 1 auf Guam
Ü Eine Hubschrauberstaffel
(National Garde) der Navy
Ü Naval Special Warfare
Group 2
Dieser Verband ist in Little Creek, Virginia an der Ostküste
stationiert und besteht aus folgenden Verbänden:
Ü SEAL Team
2, 4, 8, 10 alle in Little Creek
Ü SEAL Delivery Vehicle
Team 2, Little Creek
Ü Special Boat Unit
(SBU) 20, Little Creek
Ü SBU 22 (National
Garde), New Orleans
Ü SBU 24 (National
Garde), Norfolk Virginia
Ü SBU 26 in Little
Creek
Ü Eine Hubschrauberstaffel
(Nationalgarde) der US Navy
In ihren Heimatstandorten sind aber durchschnittlich nur
die Hälfte aller SEALs anzutreffen, da der andere Teil sich momentan
mit der Flotte auf See befindet. So sind z.B. jeder der ARG (Amphibious
Readiness Group) ein SEAL-Zug und eine Bootsgruppe zugeteilt. Daneben stehen
noch weltweite Beratereinsätze und Lehrgänge an.
Ü SEAL Team 6
Dieses geheime Anti-Terror Team der SEALs, das momentan
unter der Tarnbezeichnung DEVGRU (Naval Special Warfare Development Group)
operiert ist direkt dem Joint Special Operations Command und somit dem
Generalstab der USA unterstellt. Es gehört nur administrativ zur Marine.
Ü Das SEAL Team
Das Team besteht aus 30 Offizieren und ca. 160-180 Unteroffiziere
und Mannschaften. Seit dem Jahr 2002 hat sich die Anzahl der SEAL-Plattoons
(Züge) von zehn auf acht verringert. Neben den acht Plattoons mit
jeweils 16 Mann gehören zu jedem Team noch ein kleiner Stab, sowie
Verwaltungs-, Verpflegungs-, Instandsetzungs- und Sanitätseinheiten,
deren Personal in der Regel keine Kampfschwimmerausbildung durchlaufen
haben. Ein SEAL Team wird jeweils von einem Commander (Kapitän zur
See) befehligt.
Ü SEAL-Platoon
Ein SEAL-Zug besteht aus 16 Mann, welcher sich in zwei
acht-Mann Gruppen aufteilen kann. Der erste Gruppenführer ist gleichzeitig
auch der Zugführer, während hingegen der zweite Gruppenführer
ein ihm unterstellter junger Offizier meist im Leutnantsrang ist. Die acht-Mann
Gruppe lässt sich wiederum in zwei 4-Mann Trupps unterteilen und diese
lassen auch noch eine Aufteilung in zwei zwei-Mann Trupps zu.
Der Zug wird von einem Kapitänleutnant geführt
und besteht neben dem zweiten Unteroffizier noch aus 14 Unteroffizieren.
Die Unteroffiziere sind verschiedenartig je Gruppe spezialisiert, so gibt
es Sprengmeister, Sanitäter, Fernmelder und Waffenexperten.
Ü SDV-Team
Die beiden SDV-Teams stellen neben dem Team 6 die Elite
unter den SEALs dar. Hierhin kommen nur die besten der frischgebackenen
Kampfschwimmer. Die Hauptaufgabe der SDV-Teams ist der Einsatz der Mini-U-Boote.
Die Teams bestehen aus jeweils drei bis fünf SDV-Zügen mit jeweils
14 Mann und 2 Zügen mit jeweils 24 Mann für die Bedienung der
Dry-Dock Shelter (Trockendocks) bei den Mutter-U-Booten. Jedes SDV-Team
besteht etwa aus 25 Offizieren und 160 Unteroffizieren und Mannschaften.
Die SDV-Detachments setzen sich aus 5 Offizieren und
35 Mann zusammen.
Momentan befinden sich etwa 2.000 aktive Kampfschwimmer
in den Reihen der US Navy.
Ein Seal-Anwärter bei einer Fast-Rope Übung
von einem SH-60 Hubschrauber.
(Picture by US Navy)
Waffen und Ausrüstung
Die SEALs setzen eine Vielzahl von Waffen ein. Neben amerikanischen
Heereswaffen wurden, dank eines großzügigen Budgets, aber auch
Fremdwaffen beschafft, welche an die verschiedenen Einsatzprofile der Seals
angepasst sind. Die nachfolgende Liste enthält nicht alle Waffen,
da diese des öfteren ziemlich schnell wechseln können. Zum andern
testen die Seals eine Vielzahl von neu auf den Markt kommenden Waffen:
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Pistolen & Revolver |
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Beretta M9 (9 mm x 19)
Glock 17 (9 mm x 19)
HK P9S (9 mm x 19)
S&W Modell 39 (9 mm x 19)
SIG-Sauer P226 (9 mm x 19) Die Seals sind die einzige
Einheit im US Militär die offiziell die P226, anstatt der M9, als
Seitenwaffe trägt.
HK SOCOM (Mk.23) (11,43 mm x 23)
Colt M-1911A1 (11,43 mm x 23)
zusätzlich wurden diverse Revolver (u.a. S&W
686 und 66) in stainless Steel-Ausführung im Kaliber .357 Magnum beschafft. |
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Maschinenpistolen & PDW's |
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FN P90 (5,7 mm x 28)
HK MP5N (9 mm x 19)
HK MP5SD-N (9 mm x 19)
HK MP5k PDW-N (9 mm x 19)
Ingram M10 (9 mm x 19) |
| Ü |
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Sturmgewehre |
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AK-74 (5,45 mm x 39)
Colt M16A2/A3 (5,56 mm x 45)
Colt M4A1 SOPMOD (5,56 mm x 45)
AK-47 (7,62 mm x 39)
Winchester M14 (7,62 mm x 51)
SOPMOD M14 (7,62 mm x 51) |
| Ü |
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Maschinengewehre |
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FN M249 lMG (5,56 mm x 45)
FN Mk.46 Mod 0 (5,56 mm x 45)
Saco Defense M60 E4 (7,62 mm x 51)
FN M240 (7,62 mm x 51) |
| Ü |
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Flinten |
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Remington M870 (12/70)
Mossberg 590 (12/70)
Ithaca 37 (12/70)
Benelli M1 (12/70)
Benelli M1014 (12/76) |
| Ü |
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Scharfschützenwaffen |
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M21 (7,62 mm x 51)
M25 (7,62 mm x 51)
PSG-1 (7,62 mm x 51)
MSG-90 (7,62 mm x 51)
Remington 700 (7,62 mm x 51)
McMillan M-86 (7,62 mm x 66)
Armament Industries M500 (12,7 mm x 99)
Barett M82A1 (12,7 mm x 99) |
| Ü |
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Panzerabwehrwaffen |
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Talley Industries M72 LAW
FFV M136 (AT-4) |
| Ü |
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Unterstützungswaffen |
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Browning M2 HB .50 BMG (12,7
mm x 99)
M203 Granatwerfer (40 mm x 46)
Saco Defense Mk.19 Granatmaschinenwerfer (40 mm x 46)
M224 LWCMS Mörser (60 mm)
M-16A1 Springsplittermine "Bouncing Betty"
M-18A1 Richtsplittermine "Claymore" |
Ü Boote
An Überwasserfahrzeugen auf niedrigstem Level ist
z.B. das CRRC (Combat Rubber Raiding Craft) vorhanden. Das Schlauchboot
benötigt meist sechs Paddler und einen Bootsteurer. Zusätzlich
kann es auch noch mit einem Außenbordmotor mit 115 PS betrieben werden,
welcher das Boot auf ein Höchstgeschwindigkeit von 18 kn. (ca. 32
km/h) bringt.
Weiterhin steht das RIB (Rigid-Hull Inflatable Boat)
zur Verfügung. Dieses Boot mit glasfaserverstärktem Rumpf hat
zwei verschiedene Ausführungen. Die erste ist mit einer Länge
von 7,30 m etwas kleiner als das RIB mit 9,10 m. Das RIB dient dazu einen
vierköpfigen SEAL-Trupp in das Einsatzgebiet zu bringen.
Das PBL ist die militärische Version des Boston-Whaler
Bootes. Es wird von Angehörigen der Special Boat Units gefahren und
ist mit einem M2 .50 BMG und zwei M60 7,62 mm MG's bewaffnet. Es dient
zum Transport von einer achtköpfigen SEAL-Gruppe in Binnengewässern.
Das PRB (Patrol Boat River) stammt noch aus den Tagen
des Vietnamkrieges. Das PRB ist luftverlastbar und gepanzert. Die Bewaffnung
besteht aus M2 .50 BMG und mehreren Mk.19 Granatmaschinenwerfern. Es wird
von den Männern der Special Boat Unit bedient und kann einen Seal-Trupp
transportieren. Es eignet sich nur zum Einsatz in Binnengewässern.
Das MATC (Mini-Armored Troop Carrier) ist ein leichtgepanzertes,
etwa elf Meter langes Mannschaftstransportboot, welches in küstennahen
und Binnengewässern zum Einsatz kommt. Neben der vierköpfigen
SBU-Besatzung findet ein 16-köpfiger SEAL-Zug Platz. Neben dem sehr
geräuscharmen Antrieb gibt es auch ein empfindliches Radarsystem an
Bord.
Seit 1996 werden von den SBUs auch die neuen Mark V Special
Operations Craft verwendet. Diese hochseetüchtigen Schnellbote, die
in einem C-5 Galaxy Transportflugzeug luftverlastbar sind, bieten neben
der Bootsbesatzung einem 16-köpfigen SEAL-Zug Platz. Das Boot erreicht
eine Höchstgeschwindigkeit von 50 kn. (ca. 93 km/h) und verfügt
über einen Aktionsradius von etwa 600 Seemeilen (ca. 1.000 km). Die
Bewaffnung besteht aus vier M2 .50 BMG und weiteren zurüstbaren Unterstützungswaffen
auf Lafette.
Als größte Schiffseinheiten der SBUs gelten
die Boote der PC (Patrol Costal)-Klasse. Insgesamt wurden 13 dieser Küstenschutzboote
Anfang 1993 beschafft. Die 51 m langen Boote erreichen eine Höchstgeschwindigkeit
von mehr als 30 kn und verfügen über eine Reichweite von ca.
2.000 Seemeilen (etwa 3.600 km). Die Besatzung besteht aus fünf Offizieren,
24 Matrosen und bieten Platz für eine achtköpfige SEAL-Gruppe.
Die Bewaffnung besteht aus einer Mk.38 25 mm Maschinenkannone, eine Waffenanlage
für Stinger-FlaRaketen, vier M2 .50 BMG und einem Mk.19 Granatmaschinenwerfer.
An passiven Schutzmaßnahmen stehen Mk.52 Werfer mit Infrarot-Täuschkörpern
zur Verfügung.
Ein Mark V SOC (Special Operations Craft).
Ü Kleinst-U-Boote
(SDV)
Die sogenannten Swimmer Delivery Vehicle
gibt es in zwei Ausführungen. Einmal das SDV Mark VII, ein sogenanntes
"nasses" Taucherfahrzeug.. Das bedeutet das die Besatzung dem Wasser unmittelbar
ausgesetzt ist. Sie müssen sich mit ihrem eigenen Sauerstofflaschen
Atemluft verschaffen. Das Mark VII nimmt vier SEALs inklusive ihrer Ausrüstung
auf und erreicht unter Wasser 7 kn. (ca. 13 km/h) bei maximal fünf
Stunden Tauchfahrt. Um die SDVs in ihr Einsatzgebiet zu bringen stehen
sechs U-Boote der Sturgeon-Klasse zur Verfügung, welche mit Hilfe
der Dry Dock Shelter (Außenbord-Druckkammern) zum Einsatz gebracht
werden.
Seit Mitte der 90er Jahre wurde auch das ASDS (Advanced
Seal Delivery System) eingeführt, welches zu den "trockenen Unterwasserfahrzeugen"
gehört. Das ASDS bietet Platz für eine komplette Gruppe (acht
Mann) und verfügt über eine Reichweite von fast 200 Seemeilen
(ca. 360 km). Taucher können über eine Zweischott-Kammerschleuse
das zwölf Meter lange und drei Meter breite Fahrzeug verlassen.
Ü Flugzeuge
Die US Navy verfügt über ein Spezialversion
des Sea Hawk Helikopter, den SH-60H. Diese Version unterscheidet sich von
der AEW-Version hauptsächlich durch seine Bewaffnung (2 x M134
Gatlingkanonen
oder M2) und seine missionsspezifische Ausrüstung. Der Hubschrauber
bietet genug Platz um einen SEAL Zug aufzunehmen, aber meistens wird nur
ein Gruppe je Helikopter befördert.
Natürlich können die SEALs auch einmal mit
Hubschraubern des 160. Heeresfliegerregimentes und dessen modifizierten
Spezialhelikoptern (MH-6, MH-60, MH-47) oder Hubschraubern der Air Force,
bzw. des Marine Corps zum Einsatz kommen. Fallschirmabsprünge führen
sie meistens mit C-130 Hercules Versionen aller Teilstreitkräfte durch.
Ü Landfahrzeuge
und weitere Ausrüstung
An Fahrzeugen kommen verschiedenen Spezialausführungen
des HMMWV-Jeeps und die Desert Patrol/Light Strike Vehicle (DPV), eine
Art "Dünnen-Buggy", zum Einsatz. Die DPVs verfügen über
eine 3-köpfige Besatzung und eine umfangreiche Bewaffnung, welche
sich aus einem M2 .50 BMG, einem Mk.19 Granatmaschinenwerfer, einem M60
MG und zwei AT-4 Panzerabwehrraketen zusammen setzt.
Weiterhin kommt der leichte LKW HMMWV in verschiedenen
Ausführungen und Bewaffnungsvarianten zum Einsatz.
Für den besonderen Einsatz an heimischen Stränden
verfügen die Seals über einen Ford F-700 welcher 1992 von Fontaine
Equipment (Louisville, Kentucky, USA) modifiziert wurde (Doppelbereifung
an der Hinterachse, 2,5 t Seilwinde und zusätzliche Tanks, mit welchen
die Fahrreichweite verdoppelt wurde). 1995 wurde neue Fahrzeuge auf Basis
des Ford F-800 angeschafft, welche mit einem Mehrzweckaufbau und der 2,5
t Seilwinde ausgerüstet sind und dazu benutzt werden, um Bootsanhänger
und ähnliches zu bewegen.
An Tauchausrüstung finden sich die blasenfreien
Dräger LAR V und "normale" Taucherflaschen im Inventar der SEALs.
Ein umfangreiches Sortiment an Automatik- und Freifall-Fallschirmen,
diversen Haftminen und Sprengstoffen, sowie Fernmeldemitteln steht ebenfalls
zur Verfügung.
Seals während Desert Rescue IX Übung auf der
Fallon Naval Air Station, Nevada, USA am 0.7 August 2003.
Desert Rescue IX war eine Übung zur Evakuierung
von Zivilisten aus Krisengebieten und CSAR-Operationen.
Fazit und Zukunft
Mit den SEALs verfügt die Militärführung
der USA über einen weltweit bekannten und kampferprobten Verband der
auch auf kleinster strategischer Ebene zum Einsatz kommen kann. Die flexible
Verwendung bei Konflikten aller Art und den dringenden Bedarf an solchen
Spezialeinheiten zeigt auch die personelle Verstärkung der SEALs mit
der Aufstellung des SEAL Team 7 in Coronado am 17. März 2002 und des
SEAL Team 10 in Virginia einen Monat später. Dank der triphibischen
Verwendbarkeit (See, Luft, Land) und der Ausbildung in verschiedenen Klimazonen
lassen sich die Kampfschwimmer überall zum Einsatz bringen.
Weiterführende Literatur/ Links:
Ü David Bohrer, US-Eliteverbände,
Motorbuch Verlag
Ü Hartmut Schauer,
US
Navy SEALs - Kampfschwimmer, Kommandos, Antiterror-Truppe, Motorbuch
Verlag
Ü Edwin P. Hoyt, Seals
At War - The Story of U.S. Navy Special Warfare, Dell Books
Ü Richard Marcinko,
Rogue Warrior, Simon & Schuster
Ü Darryl Young, The
Element of Surprise - Navy Seals in Vietnam, Ivy Books
Ü "... und ´n
schönen Tag auch !", Titelthema Visier 4/98
Ü "Deadly Mission
- Inside the Battle of Shah-i-Kot", Titelthema Time 12. Woche 2002
Ü "Saving Private
Jessica", Time 15. Woche 2003
Ü offizielle Rekrutierungsseite:
Sealchallenge.navy.mil
Ü englischen private
Seite: Navyseals.com |